Yuuka hatte schwarze Haare, die sie mit einer roten Schleife zusammen gebunden hatte. Sie trug für besondere Feste ein schönes Kleid an, das ungefähr wie auf dem Bild aussah. Diese war weiß und grün gemischt und mit paar Muster verziert. Doch dies war kein Kimono, da man in China etwas Ähnliches trug.
Am meisten war der Mittelbereich beim Bauch der Obi anders, denn der Gürtel hatte eine andere Knotentechnik.
Nur das Outfit so ungefähr! Nicht die Farbe!) Außerdem ist sie bei besonderen Momenten ganz weiß im Gesicht und am Auge schwarz geschminkt.
Ihre Alltagkleidung sieht dann etwas anders aus. Yuuka hatte keinen Gürtel um ihren Bauch und war gar nicht arg geschminkt.
„Deine Haare müssen gewaschen werden! Und du wirst noch geschminkt!“, verkündete eine Dienerin, während sie mich gerade auszieht.
„Zuerst bekommst du ein schönes Bad!“, sagte die zweite Dienerin und half mir in den großen Becken einzusteigen.
„Hey nicht so schnell!“, beklagte ich mich bei den beiden, da sie gerade meine langen schwarzen Haare richtig wuschen, sodass sie daran zogen.
Ich saß ruhig in meinem Bad, während meine beiden Dienerinnen alles für mich sorgten. Das war nicht besonders, weil die beiden für mich das schon tausendmal gemacht haben.
„So, jetzt kommt noch eine Massage!“, sprach die dickere Dienerin.
Auch die angenehme Massage ließ ich mir gefallen, obwohl ich auch so eine Massage tausendmal bekommen habe.
„Wir wollen ja, dass du einen richtig hübschen Mann verdienst“, erklärte mir an der Seite meine Mutter, die ich erst jetzt bemerkt habe.
Sie stand an der Seite und schaute mir beim Baden nur zu.
Nachher gab es für mich einen besonderen Termin.
Die Heiratsvermittlerin musste ich zeigen, dass ich einen besonderen Mann verdient habe, denn es war Zeit mein eigenes Leben zu führen.
Deshalb werde ich gebadet, geschminkt, geschruppt und gekleidet.
Alles musste perfekt sitzen, um eine Anerkennung zu gewinnen.
Und diese entschied mein ganzes Leben lang!
„Hast du denn Angst, Yuuka?“, fragte wieder meine Mutter von der Seite.
„Ich und Angst?“, erwiderte ich selbstbewusst auf die rhetorische Frage.
Meine ganze Familie, die gerade draußen vor der Tür standen, hatten große Angst vor diesem wichtigen Moment, außer ich.
Im Inneren hatte ich wirklich gar keine Angst, denn ich weiß, dass ich nachher perfekt aussehen werde!
„Diese Heiratsvermittlerin wird staunen, wenn sie mich sieht!“, antwortete ich meiner Mutter, die außerdem Karuko Yamato hieß. Sie schaute im Gegensatz zu mir nicht so selbstsicher.
„Trotzdem wünsche ich dir viel Glück!“, wünschte mir meine Mutter alles Gute für diesen Moment, aber mit einer unsicheren Stimme.
//Ja, das werde ich gebrauchen!// bedankte ich mich in meinem Inneren, denn ich wollte nicht meine Ängste zeigen //Am meisten liegt mir der Stolz der Familie am Herzen. Auch wenn ich wunderschön und stinkreich bin, doch mein inneres Ich ist anders.//
Mit einem Tuch trocknete ich meinen Körper nach dem erholsamen Bad.
Nun kam das Schminken. Mein Gesicht wurde mit dem weißesten Puder gepudert und mein Lidschatten mit dem Schwarzesten Stift bemalt.
Meine zwei Dienerinnen halfen mir sehr, weil sie ja für mich arbeiteten!
//Haha! Bin ich lustig!// lachte ich wegen meinen eigenen Witz.
Nach dieser schönen weiße Maske, kam endlich der großer Moment.
Nur noch mein Papierschirm musste ich noch in die Hand nehmen und dann ging es durch die Stadt.
Eigentlich war meine Heimat nur ein kleines Dorf, obwohl der Verkehr sehr dicht war. Doch wir 3, meine Oma, meine Mutter und ich hatten bis zu dem Haus der Heiratsvermittlerin keine Hindernisse.
Mein Vater konnte leider nicht mitkommen, da er bei seiner Arbeit war. Seine Arbeit war ein Kinderspiel. Doch trotzdem hatte er ein gutes Einkommen, was eine adlige Familie ausmachte.
Auf der Straße wurde ich deshalb von allen Leuten so bewundert, da ich ja ein wunderschönes adliges Mädchen bin.
So jubelten alle Leute für meinen wichtigen Tag zu. Dieses Jubeln fand ich wirklich sehr nett von ihnen, aber Geschenke wären noch besser.
„Endlich! Wir sind angekommen!“, fiel mir eine Last herunter.
Vor mir stand ein großes Haus, um das eine große Menschenmenge versammelt war. Diese Veranstaltung war ja auch nicht gerade sehr unwichtig, denn alle Adelsmädchen im Dorf mussten heute vor der berühmten Heiratsvermittlerin repräsentieren, um einen guten Mann zu bekommen.
So war ich natürlich auch dabei und eilte mich in die Reihe, wo sich die Mädchen aufhielten. Sie standen alle geordnet in einer Reihe vor dem Haus, bis ihre Namen aufgerufen werden.
Ich wollte mich so gut es geht nach vornedrängeln, um am meisten angestarrt zu werden.
„Vorsichtig, Yuuka!“, schaute meine Mutter vor Sorge mir zu.
Meine Oma und meine Mutter standen an der Seite und schauten mir nur zu, da es soweit war.
Doch ich richtete mich schon in meine Position ein.
Schirm vors Gesicht, Verbeugen, ein schönes Lächeln und abwarten.
Da sprang die Tür mit einer Wucht auf, sodass alle einen Schock bekamen.
„Yuuka Yamato!“, las die Heiratsvermittlerin meinen Namen vor. Sie sah wirklich nicht sehr schön aus, da ihr Bauch recht gefüllt war, doch ihre Klammotten waren anständig wie meine. Naja, ich sah natürlich viel besser aus.
//Yeah!// freute ich mich ohne aufzufallen // Ich bin die erste von den Mädchen. Und ich weiß auch warum, weil ich schön bin!//
„Viel Glück, Yuuka!“, rief meine Mutter mir zu und wedelte ein Tuch in die Luft, „Wir drücken dir fest die Daumen!“
„Danke! Ich werde es schon hinkriegen!“, antwortete ich und schreitete wie ein Pfau den andern vorbei. Ich wollte sie ein bisschen ärgern, was aber leider nicht gelang, da es sie interessierte, wer zuerst kam.
Ich folgte die dicke Dame, so stieg ich die Treppe zum Haus herauf und tritt nun hinein.
In diesem Raum sah alles so adlig aus. Sogar schöner als bei mir zu Hause!
„Folg mir und setz dich hin!“, lud sie mich mürrisch hinein und hielt immer noch das Papier in der linken Hand und in der rechte ein Pinsel, „Präsentiere mir bitte eine Teezeremonie!“
Das war wohl meine erste Aufgabe, um zu beweisen, dass ich ein gutes Weib bin.
„Jawohl!“, antwortete ich ohne zu überlegen und fuhr fort, „Als erstes nehme ich die Teekanne.“
Meine Hand, das unter den langen Ärmeln bedeckt war, streckte sich nach der Teekanne aus. Diese hielt ich nun in meinen Händen, was nicht wirklich fest war, da mein langer Ärmel den Griff lockerte.
//Mist!// kam der verzweifelte Gedanke und ein kleines Zittern im Körper begann // Warum musste ich nur so ein langes Kleid anziehen! Und warum zittert mein Körper ein wenig. Ich hab doch keine Angst vor einen Fehler?//
Daraufhin musste ich noch ein auswendiges Gedicht während der Teezeremonie vortragen, weil es einfach zu einer Zeremonie dazugehörte.
So war mein Gedanke nicht an dem Praktischen Teil, sondern an dem Aufsagen des Gedichtes, weswegen es alles noch erschwerte.
„Hey, was ist denn los mit dir!“, hörte ich auf einmal die Stimme der Heiratsvermittlerin, „Warum verschüttest du die ganze Kanne auf den Tisch?“
//Wie, wo, was?// wachte ich von meinem inneren Schlaf auf // Oh Nein! Habe ich die Kanne die ganze Zeit verschüttet?//
Erst in diesem Augenblick bemerkte ich, dass die gehaltene Teekanne immer noch die Tasse begießt, obwohl sie schon voll war.
So lief die Tasse über und eine rießen Sauerrei entstand.
„Du bist ja wirklich ungeschickt!“, schrie die dicke Dame auf und versuchte aus ihrem Lotussitz aufzustehen. Dadurch stieß sie sich an der Kante des kleinen Tisches, das ungefähr in der Kniehöhe befand, an und die Kanne befreite den Griff meiner Hand.Der ganze Tee tropfte auf ihre Sachen, was sie sauer machte! Die Kanne fiel auf den Boden, doch der Tee beschmutzte ihr Kleid.
„Ahhh, der Tee ist ja heiß! Mach das schnell weg!“, schrie sie laut auf, sodass ich in diesem Moment in voller Panik geriet.
„Oh Verzeihen sie! Ich werde dieses Problem beheben!“, versprach ich der Frau und goss aus lauter Panik und unabsichtlich den restlichen Kaffe aus der Tasse auf ihr Kopf.
Darauf war sie noch wütender und steckte aus Not ihren ganzen Kopf in einem nebenstehenden Eimer voll Wasser hinein.
Dieses Eintauchen verschmierte somit ihr ganzes Make-up, was im Endeffekt einen Lachflash erzeugte.
„Du bist bisher die aller dümmste der Mädchen und hast auf gar keinen Fall einen Mann verdient!“, beschimpfte sie mich mit voller Wut und überreichte mir eine Schriftrolle, „Hier der Beweis für deine Eltern, dass du vollkommen unfähig bist! Du bist keine richtige Frau!“
Mein Schock und meine Enttäuschung lagen tief in meinen Herzen. Ich war einfach nur noch enttäuscht und sehr traurig, dass ich, eine begabte Frau, so eine einfache Teezeremonie nicht durchführen konnte.
Meine Vermutung an den Reinfall lag bestimmt an meiner Ungeschicklichkeit.
Ich war für einen Mann schön, aber nicht geschickt genug.
Nach diesem Chaos ging ich langsam und den Kopf zum Boden nach draußen, um diese Blamage zu entkommen.
In meinen Händen hielt ich die Schriftrolle, was ich leider meiner Familie zeigen musste.
Draußen standen so viele Leute um dieses Geschehen herum und ich konnte hören, was sie herum flüsterten.
„Was war denn da los?“, hörte ich Stimmen flüsternd zu den anderen.
„Ich glaube dieses Mädchen hat es nicht geschafft. Bestimmt ist sie zu ungeschickt!“, antwortete ein anderer auf die leise Frage im Flüsterton.
Die Augen meiner Mutter und meiner Großmutter richteten sich erwartungsvoll auf mich zu.
Sie hatten wirklich große Hoffnung auf mich gesetzt, doch dies konnte ich nicht erfüllen.
Das alles hielt ich einfach nicht mehr aus und wich meine Blicke in eine andere Richtung. Mein Kopf guckte weg und in diese Richtung lief ich schließlich weg.
Es war der Weg nach Hause!
Mein Laufen wurde zu einem Rennen voller Tränengüsse, denn diese Enttäuschung von mir ist einfach nicht auszuhalten.
Die Tränen wehten mitten im Wind und in einem Augenblick kam mir der Heimweg so schnell vor.
Denn mein Haus stand vor mir. Zuerst ging ich in den Vorderhof, der umherum mit 2 Meter hohen Mauern eingegrenzt war.
In diesem Hof sah ich diese erwartungsvollen Blicke meines Vaters.
Er war ausgerechnet früh von der Arbeit als Großhändler nach Hause gekommen, um meine Berichte zu hören.
Doch leider habe ich seine Hoffnungen enttäuscht.
//Das kann ich nicht ansehen! Die hoffnungsvolle Blicke meines Vaters kann ich nicht ausstehen!// trauerte es in meinen Kopf.
Er lächelte zu mir herüber, doch mein Kopf wendete sich weg und ich musste wieder heulen.
Sein Lächeln wurde in diesem Moment zu einem Fragezeichen im Gesicht.
Doch ich mein Kopf richtete sich von ihm weg.
Meine Flucht ging in die Richtung zu unseren Ahnen, das ein kleines Haus war und mit Grabsteinen geschmückt war.
Überall lagen die glänzenden Grabsteinen unserer Ahnen. Das Haus war sechseckig und an jeder Ecke wurde es von Säulen getragen.
So war dieses Häuschen offen und innen konnte man viele kleine, aber auch große Grabsteine sehen.
Ich trete ins Häuschen hinein, um vor meinen Ahnen zu entschuldigen.
Deshalb kniete ich hin und betete mit einer Räucherkerze vor einen Grabstein.
„Oh Ahnen! Hört ihr mich?“, sprach ich vor einen Grabstein. Es war nicht nur ein Grabstein, sondern es war der Grabstein meines Großvaters, „Heute habe ich wirklich Unfug angestellt. Ich habe meine ganze Familie enttäuscht. Sie werden es mir nie verzeihen.“
Meine Stimme wurde leiser und wieder flossen enttäuschende Tränen von meiner Wange hinab.
„Ich bin keine Frau!“, schluchzte ich mit erbrochener Stimme.
„Sei nicht so traurig! Sie werden dir wieder vergeben Yuuka!“, hörte ich plötzlich eine Stimme vor mir.
Deswegen schaute ich rasch wieder hoch und meine Blicke fielen auf den glänzenden Grabstein.
Dieser widerspiegelte mein Ich und ich sah deshalb mein Spiegelbild.
Ich sah mein Gesicht voll verschmiert, denn meine Tränen versschwammen das Make-up.
„Das bin Ich! Ich bin eine hässliche Frau!“, murmelte ich vor mich hin.
„Nein, du bist eine wertvolle Prinzessin!“, hörte ich wieder eine Frauenstimme im Nirgendwo, „Du bist stark! Du bist einer der 10 legendären Digiprinzessinnen!“
Ich stand auf und schaute mich rasch um mich herum. //Wer ist da?//
Plötzlich kam eine merkwürdige Gestalt zum Vorschein. Mein Spiegelbild auf dem Grabstein verschwand und ich sah eine Frau!
„Wer bist du? Bist du einer meiner Ahnen?“, fragte ich mit einem geschockten Blick die Gestalt.
„Ich bin die Digikönigin und du wurdest auserwählt, einer der 10 Digiprinzessinnen zu werden!“, antwortete sie mysteriös auf meine Frage.
„Ich werde eine Prinzessin?“, kam mir dieses Wort durch den Kopf und meine traurigen Gedanken lösten sich auf, „ Wo? Wo werde ich eine Prinzessin?“
Mit Hektikeit fragte ich die Gestalt und bemerkte etwas neben mir.
„Neben dir liegt ja dein Zertifikat. Nehme es in die Hand!“, sprach diese zu mir.
Meine Gedanken an den peinlichen Momenten kamen wieder hoch, als ich die zugerollte Schriftrolle ansah. Doch aus irgendeinem Grund streckte ich die Hand nach ihr und nahm sie in meinen Händen.
„Gut! Jetzt schaue hin!“, fuhr die Digikönigin fort.
Die Schriftrolle fing plötzlich an sich zu bewegen und leuchtete hell. Aus dieser Bewegung und diesem Leuchten nahm sie eine andere Form an.
„Wow! Was ist das?“, bewunderte ich diesen neuen Gegenstand.
Es hatte die Form eines Zepters und leuchtete an der Spitze hell. Ihr Licht war gelblich und sehr hell.
Dieser Stab faszinierte mich vollkommen, sodass ich alles vergaß.
„Folg mir und alles wird wieder in Ordnung sein!“, sprach die Frau weiter.
Der Stab lenkte mich von dieser Frage ab und so kam es dazu, dass meine Hände den Grabstein berührten.
Plötzlich verschwand alles, doch mein Zepter nahm ich mit.