In diesem Moment hörte man in ein der Gänge der Karakura High School ein lautes Geräusch. Dieses Geräusch ähnelte einem Laufgeräusch, was bedeutete, dass jemand völlig außer Atem rennen musste.
„Hoffentlich komm ich nicht zu spät“, keuchte ein Mädchen, die gerade blitzschnell durch den Gang der Schule rannte.
Mit genauerer Betrachtung erkannte man, dass es Akiko war!
Sie sah nicht sehr gepflegt aus, da ihr anscheinend keine Zeit blieb, sich an diesen Morgen für die Schule bereit zu machen.
Als Akiko den Gang herunter gerannt war und um die Ecke biegen wollte, musste sie jedoch zurückfallen. Denn sie erlitt einen Aufprall, was unheimlich wehtat.
„Aua! Wer war das?“, fragte Akiko mit wütender Stimme und blickte vorsichtig hoch. Denn sie war wegen dieser Unvorsichtigkeit verärgert. Doch als sie den Schüler anschaute, verwandelte sich ihre wütende Mimik in einen Erleichterten.
„Ach, du bist das, Ishida-kun!“, kam es von Akiko mit einer sänftigt Stimme. Mit ihrer rechten Hand rieb sie kräftig ihren Po, während sie mit der anderen Hand ihre Bücher vom Boden aufhob, die beim Aufprall runterfielen.
„Entschuldigung, Kurosaki-san“, entschuldigte sich der Junge mit den dunkelblauen gespitzten Haaren.
Diese Frisur ähnelte Ichigo, die jedoch blau war.
Seine Augen waren klein, wie die seines Vaters.
„Du bist wieder mal zu spät, Kurosaki-san. Komm, gehen wir schnell ins Klassenzimmer!“, schlug Ishida Akiko vor und die beiden machten sich anschließend auf dem Weg ins Klassenzimmer.
Als die beiden Schüler vor der Tür des Zimmers angekommen waren, wurden sie sofort von einer Stimme hineingerufen.
Diese Stimme hörte sich ziemlich wütend an, weshalb die beiden etwas Schlimmes erwarteten.
Langsam machte Ishida die Tür auf und erblickte die Lehrerin vor der Tafel mit den Armen verschränkt stehen. Mit ihren finsteren Augen erblickte sie mit gerunzelter Stirn die beiden Spätlinge.
„Setzt euch, Ishida-san und Kurosaki-san! Dafür gibt es eine Strafarbeit!“, schimpfte die Lehrerin mit den beiden.
Die Mimik des Jungen deutete auf Wut, weil es eigentlich nur Akikos Schuld war.
„Gomenasai, Sensei!“, entschuldigte sich Ishida und nahm seinen Platz im Zimmer ein.
Akiko machte das gleiche und wollte nicht auffällig wirken.
„So, jetzt sind wir endlich komplett!“, verkündete die Lehrerin den Schülern und nahm ein Blatt in die Hand, „Jetzt muss ich die Namen kontrollieren, damit ich jeden Schüler richtig aufrufen kann. Denn heute ist mein erster Tag als Lehrerin auf diese Schule! Als ich im euren Alter war, habe ich diese Schule auch besucht!“
An diese Worte vertiefte sie sich in ihre eigene Erinnerungen.
„Damals war hier alles noch sauber und neu! Jetzt hat sich vieles verändert“, begann die Lehrerin zu erzählen, dass aber niemand interessierte.
Viele gähnten bei dieser unheimlich langweiligen Erzählung.
„Naja, egal. Ich bin Chizuru Honsho und bin von nun an eure Klassenlehrerin!“, stellte die Frau sich vor.
„Gut ich lese jetzt vor und ihr müsst die Hand strecken! Ok?“, erklärte die Honsho-sensei, „Mai Arisawa!“
Die Lehrerin schaute kurz in die Klasse, um eine Meldung zu erwarten.
Dabei streckte ein Mädchen mit lila Haaren.
„Ok!“ nickte die Lehrerin, um ihre Meldung zu bestätigen. Danach folgten noch weitere Schüler bis Ishida drankam.
„Megane Ishida!“, rief Honsho-sensei und bekam gleich darauf eine Meldung, „Gut! Weiter geht’s! Akiko Kurosaki?“
Bei diesem Aufruf streckte Akiko ihre Hand, die neben Megane Ishida saß.
Wieder kamen weitere Meldungen, was für Akiko Langeweile sorgte.
Sie wollte nur noch raus aus der Schule.
„Souta Sado?“, rief die 40-jährige Lehrerin und sah ohne eine Anmerkung den Jungen hinter Akiko.
„So, das waren alle Schüler von dieser Klasse. Jetzt können wir endlich mit dem Unterricht beginnen!“, hörte der Sensei auf das Blatt vorzulesen und so begann ein langweiliger Unterricht.
Wieder erklang die Schulglocke und die ersten beiden Stunden waren endlich vorbei. Nach der zweiten Stunde gab es eine große Pause, weswegen alle Schüler auf den Schulhof versammelten.
Auch Akiko befand sich in der Pause in der frischen Luft.
„Hey, Akiko-chan!“, rief ein Mädchen nach ihr, die sie nicht bemerkt hatte.
Beim Umdrehen hatte sie das Mädchen erkannt, die zu ihr gerufen hatte.
„Hey, Mai-chan! Wie geht es dir?“, fragte Akiko das Mädchen, das zu ihr gerannt war, um mit ihr zu reden.
Die beiden Mädchen verstanden sich sehr gut und man konnte sehen, dass sie schon lange richtig gute Freundinnen waren.
„Hallo, Akiko-chan!“, wurde das orangehaarige Mädchen wieder von einer anderen Schülerin erschrocken.
Beim Umdrehen erblickte sie ein schlankes Mädchen mit einer schönen Figur.
Ihre Haare waren braun und schön, glatt lang.
„Hey, Sonya-chan! Wie geht es dir?“, kam eine Frage vom 14-järigem Mädchen.
„Ganz gut“, lächelte Sonya und schaute auf das Fußballfeld auf dem Schulhof an, „Mein großer Bruder spielt wieder mal Fußball! Das nervt so was von!“
In diesem Moment machte sie ein großes Seufzen, was bedeutete, dass ihr Bruder mit dem Sportzeug ihr richtig auf die Nerven ging.
Die Blicke von Akiko richteten sich auch auf das Fußballfeld und sie erkannte den Bruder von Sonya.
Auf dem Fußballfeld befanden sich viele Jungs, doch einer stach wegen der guten Ballkontrolle heraus.
Dieser war ziemlich gut im Fußball, da er sehr gut mit dem Ball umgehen konnte.
Außerdem bemerkte sie, dass dieser Junge in die gleiche Klasse ging wie sie.
„Hey, dein Bruder ist doch Souta Sado!“, fragte sie Sonya mit einer einfallenden Mimik.
„Ja, das stimmt!“, antwortete sie, „Dein Vater und mein Vater sind doch auch die besten Freunde.“
„Richtig!“, stimmte Akiko zu und nun wurde ihr klar, wen sie vor sich hatte.
Die Tochter von Yasutora Sado!
Nachdem die Pause zu Ende war, musste Akiko noch sechs weitere Stunden aushalten, bis endlich der Schultag zu Ende ging.
Nach diesen sechs langweiligen Stunden, erklang endlich die Schulglocke. Alle Schüler rannten sofort aus der Schule heraus und wollten so schnell wie möglich nach Hause.
„Tschüss, Kurosaki-san!“, verabschiedete sich Megane Ishida von seiner Schulfreundin.
„Bis Morgen!“ entgegnete sie und lief nach Hause.
Doch das vierzehnjährige Mädchen musste ihren kleinen Bruder abholen, was sie nur ungern tat.
Die Grundschule von Karakura lag zum Glück auf ihrem Schulweg, weshalb sie keine neuen Wege einschlagen musste.
Nachdem sie dreihundert Meter hinter sich hatte, erreichte sie die Grundschule und holte mit Windgeschwindigkeit ihren Bruder ab.
„Komm, Ben! Wir gehen jetzt nach Hause!“, sprach sie mürrisch zu ihm, der vor der Schule auf ihr wartete.
Der Umgang mit ihrem Bruder verging nicht gerade sympathisch, da sie von allen Aufgaben des Alltags gestresst war.
„Onee-san? Was ist heute mit dir los? Warum wirkst du denn so traurig und gelangweilt?“, fragte ihr Bruder, während die beiden Geschwister den Weg nach Hause liefen.
„Ich weiß es nicht!“, antwortete sie diesmal, aber nicht aus mürrischem Empfinden, sondern mit ernstem Ton. Irgendetwas bedrückte sie oder irgendetwas wird sie noch bedrücken!
Da die beiden so schnell wie möglich nach Hause wollten, liefen sie eine Abkürzung, die durch einen verlassenen Spielplatz führte.
Denn nur so brauchten sie fünf Minuten weniger Laufzeit.
Als sie am Spielplatz angekommen waren, sahen sie keinen einzigen Menschen!
Dieser einsame verlassene Platz war so ruhig und menschenleer, weshalb man es als Friedhofspielplatz nannte.
„Onee-san! Ich habe Angst!“, sprach Ben zu seiner großen Schwester und hielt sie ganz fest an den Händen.
„Och, komm! Sei doch nicht so ein Angsthase!“, nörgelte sie und zog ihn an der Hand genervt weiter.
Plötzlich hörte sie einen lauten Lärm!
Auf dieses Geräusch reagierte Akiko blitzartig und drehte ihren Kopf, um Ausschau zu halten.
„Was ist denn los?“, fragte der neunjähriger und hatte dabei auch Angst, wegen ihrer Reaktion.
„Hast du das nicht gehört?“, fragte Akiko geschockt und nahm ihn jetzt fester in die Hand. Ihre Stimmung von Langweilig verwandelte sich blitzartig zu Angst!
Das Herzklopfen des Mädchens konnte sogar der kleine Junge deutlich spüren.
Die Angst wurde von Akiko zu Ben übertragen, weswegen die beiden so schnell wie möglich rannten.
„Komm, Ben, wir müssen schnell nach Hause! Ich ahne Böses!“, erklärte sie ihren Bruder.
Ein Baum am Rande des Spielplatzes fiel herab und eine Staubwolke breitete sich aus. Durch diese Wolke bemerkte Ben erst jetzt, warum Akiko etwas Böses ahnte.
„Whaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!“, hörte Akiko das Kreischen eines Monsters immer näher rücken.
Dieses Schreien war so laut, dass sie sich ihre Ohren zuhalten musste.
Doch die Mimik von Ben zeigte, dass er nichts gehört hatte.
„Helf mir! Was ist hier los?!“, schrie Akiko so laut sie konnte.